Mittwoch, 13. Mai 2015

70 Jahre nach Dresden: Krieg gegen Welt-Kulturerbe - Wie Jemens islamische Identität ausgelöscht werden soll

Nach langem Schweigen hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen UNESCO die "schweren Zerstörungen" kultureller Stätten im Jemen durch Bombardierungen der Altstadt in Sanaa verurteilt.

"Ich rufe alle Beteiligten auf, das kulturelle Erbe aus dem Konflikt zu halten", sagte UNESCO-Generaldirektor Irina Bokova. Sie erklärte weiter, die Bombardierungen hätten große Schäden an historischen Gebäuden in der jemenitischen Hauptstadt verursacht, auch archäologische Stätten der vorislamischen Stadt Baraqish hätten gelitten.

Zusätzlich zum menschlichen Leid löschen diese Angriffe Jemens einzigartiges kulturelles Erbe aus, das für Jemeniten gleichsam Identität, Geschichte und Erinnerung sowie ein außergewöhnliches Zeugnis von den Errungenschaften der islamischen Zivilisation sei. Sanaa ist seit über 2500 Jahren bewohnt und besitzt alleine mehr als 6.000 Häuser, die vor dem 11. Jahrhundert errichtet worden. Die Stadt war ein wichtiges Zentrum für die Ausbreitung des Islam und wurde von der UNESCO im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Bombardierung historischer Stätte gehört zu den Strategien der psychologischen Kriegsführung. Ziel ist es, den Widerstand in der Bevölkerung zu brechen.


Obwohl Deutschland exakt 70 Jahre zuvor von derselben Strategie betroffen war und Dresden im Zuge massiver Bombardierungen der Alliierten im März 1945 den Großteil seines kulturellen Erbes verlor, ist von der deutschen Regierung zu der kulturverachtenden Kriegsführung der US-Saudischen Terror-Allianz nichts zu vernehmen. Sie liefert Saudi Arabien vielmehr das Material, mit dem die Kulturstätten ausradiert warden.  

Ich rufe zum sofortigen Stopp der Bombardierungen sowie zur Unterstützung des Jemens auf bei der Sicherung des einzigartigen kulturellen Welt-Erbes auf.




 
 
 

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